[Rezension] Calliope Isle - Marie Menke




Autorin: Marie Menke
Titel: Calliope Isle. Der siebte Sommer
Originaltitel: Calliope Isle. Der siebte Sommer
Seitenanzahl: 315
Erscheinungsdatum: 2. Juni 2016
Reihe: Einzelband
Verlag: Impress/Carlsen
Buch oder Netflix? Buch





**Die Magie des Schreibens…**

Seit ihrem neunten Lebensjahr verbringt Allie jeden Sommer auf der traumhaft schönen Tropeninsel Calliope Isle. Zusammen mit Gleichaltrigen besucht sie dort das Arts Camp und tut, was sie am liebsten macht und am besten kann: schreiben, schreiben, schreiben. Doch ihr siebter Sommer auf der exotischen Insel beginnt diesmal unter ganz anderen Vorzeichen. Erst erhält Allie die niederschmetternde Nachricht, dass sie adoptiert wurde, und dann wird ihr auf der Überfahrt auch noch zugeflüstert, dass dieser Sommer alles in ihrem Leben verändern wird – und das ausgerechnet von dem mysteriösen neuen Jungen im Camp. Schon bald stellt sich heraus, dass alle etwas wissen, was Allie nie erzählt wurde, und dass dieses Geheimnis nicht wenig mit ihrem außergewöhnlichen Schreibtalent zu tun hat…

Es hört sich doch wirklich nach einem einzigen Traum an. Ein Sommercamp für Schreibbegeisterte auf einer tropischen entlegenen Insel. Ich hätte (und würde immer noch) ganz begeistert und laut "HIER!" brüllen, sollte ich diese verlockende Chance bekommen. 

Ähnlich begeistert ist auch Allie jedes Jahr wieder, wenn sie nach Calliope Isle fliegen kann, um dort 3 Monate des Jahres verbringen zu können. Sehr interessant wurde in diesem Fall der Anfang des Buches gestaltet, denn die ersten 6 Kapitel (abgesehen vom Prolog) handeln jeweils von einem Jahr, das Allie auf Calliope Isle verbracht hat. Dabei lernen wir die Insel und einige der Charaktere bereits kennen. Was dort zuerst noch verwirrend sein mag, wird teilweise noch verwirrender und leider nur teilweise aufgeklärt.
Einige Dinge werden allerdings auch überhaupt nicht aufgeklärt und sorgten bei mir etwas für Verwirrung. Welche Eltern würden etwa ihr 9-jähriges Kind allein für 3 Monate auf eine entlegene Insel am anderen Ende der Welt fliegen lassen? Und wie kommt es, dass Allie als 9-Jährige scheinbar perfekt Englisch sprechen kann, denn von Verständigungsschwierigkeiten war nie die Rede. Sicherlich sind dies nur kleine Punkte, ich hätte mir dennoch wenigstens eine am Rande eingeworfene Erklärung gewünscht. Dieses zieht sich leider weiter durch das gesamte Buch. Viele Dinge werden in den Raum geworfen und werden kann nicht weiter verfolgt. So zum Beispiel die "Wunderheilung" von Freundin Liv, oder auch die Rollen im großen Ganzen von Mister Landon und Miss Alexa (die mich an Effie Trinket aus "The Hunger Games" erinnert!) um nur einige Sache zu nennen, ohne zu spoilern. Ich hätte mir hier entweder mehr Erklärungen oder weniger angefangen Handlungsstränge gewünscht.

Die Protagonistin Allie war sehr sympatisch. Ihre Liebe zum geschriebenen Wort ist nachvollziehbar und besonders die Freundschaft zu Liv und Shalya, die ebenfalls das Camp besuchen, ist toll herausgearbeitet. Zwischen den drei Mädchen gibt es viele lustige Situationen, die des Öfteren Nutella-Pommes beinhalten und einfach nur toll zu lesen sind. Hier zeigt die Autorin, wie gut sie lebendige Dialoge schreiben und Charakteren Leben einhauchen kann.
Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass Allie mehr hinterfragt, was auf Calliope Isle und in ihrem Leben passiert. Fast alles nimmt sie einfach hin. Das Erzähler-Gen, Liv's Unfall, ihre Adoption... Sie wundert sich für 1, 2 Sätze und dann ist fast auch schon wieder vergessen, was passiert ist. Hier spiegelt sich auch mein Kritikpunkt von oben wieder. Vieles wird angefangen, aber dann nicht oder nur halbherzig zu Ende geführt.

Matt ist ebenfalls ein toller Charakter, der durch seine Hintergrundgeschichte (die wegen Spoilergefahr nicht verraten wird) von einer geheimnisvolle Aura umgeben wird. Zwischendurch war mir als Leserin auch nicht klar, ob er nun einer der Guten ist oder nicht. Viele Fragen wurden aufgeworfen und wurden auch bis zum Ende des Buches nicht beantwortet. Und da ist er wieder, der rote Faden, der sich leider durch dieses Buch zieht.
Die Liebesgeschichte zwischen Matt und Allie ist am Anfang wunderschön beschrieben. Die Annäherung zwischen den Beiden hat mir sehr gut gefallen, zum Ende hin wirkte die Beziehung der Beiden aber leider etwas konstruiert und nicht mehr so natürlich wie noch am Anfang.

Sehr gut gefallen hat mir die Mythologie, die Marie Menke geschickt in ihre Geschichte eingewebt hat und ein Stück weit dabei auch ihre ganz eigene besondere Mythologie und Welt erschaffen hat.
Besonders gut hat mir der Schreibstil gefallen. Das Buch lässt sich gut lesen, ist lebendig und flüssig geschrieben. Besonders die lustigen Szenen haben mir sehr gut gefallen.

Das Ende allerdings kommt zu plötzlich, zu abgehackt und auch sehr unbefriedigend. Circa 90% der Fragen, die das Buch aufwirft, sind nicht aufgeklärt. Dieses ließ mich als Leserin sehr frustriert zurück. Ich hoffe, dass dieses Buch eine Fortsetzung bekommen wird, denn die Grundidee ist viel zu gut, um das Buch so halb fertig beendet zu lassen.


Ein Buch mit einer großartigen Grundidee und einem tollen Schreibstil. Leider finden sich aber zu viele angefangene Handlungsstränge, die nicht zu Ende geführt werden. Alles in allem 3 Chaoskleckse.






Vielen Dank an den Carlsen-Verlag für das Rezensionsexemplar!


Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

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