[Rezension] Chaostheorie der Liebe - Carolin Kippels




Autorin: Carolin Kippels
Titel: Chaostheorie der Liebe
Originaltitel: Chaostheorie der Liebe
Seitenanzahl: 186
Erscheinungsdatum: 17. Juni 2016
Reihe: Einzelband
Verlag: Forever
Buch oder Netflix? Netflix





Alina und Gabriel könnten unterschiedlicher nicht sein: Sie kommt aus schwierigen Verhältnissen und muss sich jeden Cent hart erarbeiten. Trotzdem hat sie ein großes Herz. Er ist ein Draufgänger, ein arroganter Bad Boy mit viel Kohle, schnellen Autos und einer Vorliebe für wilde Partys. Alina hilft ehrenamtlich auf der Kinderstation des Krankenhauses aus, wo sie die schwer kranke Mia betreut. Hier trifft sie auf Gabriel, der nach einer Schlägerei Sozialstunden ableisten muss. Sofort geraten die beiden aneinander. Doch als sie Mia einen Herzenswunsch, eine Reise in die USA, ermöglichen wollen, gehen die beiden einen ungewöhnlichen Deal ein. Gabriel organisiert die Spendengelder, dafür muss Alina sich auf der Betriebsfeier als seine Freundin ausgeben. Alina erkennt, dass auch Gabriel eine weiche Seite hat. Die beiden kommen sich langsam näher und merken, dass sie vielleicht gar nicht so verschieden sind …

Ach Mensch... selbst nachdem ich dieses Buch schon seit 2 Tagen beendet habe, weiß ich nicht, was ich davon halten soll. Einerseits war es toll, andererseits aber auch das komplette Gegenteil. 

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von den beiden Protagonisten Alina und Gabriel erzählt.
Alina wuchs eher in einfachen Verhältnissen mit einer schwierigen Mutter auf, hat einen Job in einer Tankstelle und arbeitet jeden Samstag ehrenamtlich als "Besucherin" auf der Kinderstation eines Krankenhauses. Gabriel trifft sie das erste Mal in einer Selbsthilfegruppe, zu der er von seinem Vater verdonnert wurde, weil er gekokst und dann einen Mann verprügelt hat, was ihm gleichzeitig auch Sozialstunden eingebracht hat. Alina ist dort, weil ihr Bruder an einer Überdosis gestorben ist und sie nun als Familienangehörige den Anderen aufzeigen soll, wie es der Familie mit dem Drogenkonsum geht. Und hier muss ich auch meinen ersten Kritikpunkt einbringen. Alina kommt mit einem so dermaßen erhobenen Zeigefinger daher, dass bei mir noch nicht mal das kleinste bisschen Sympathie für sie aufkam. Sie denkt von sich, sie steht über allem und be- und verurteilt Gabriel sofort, ohne ihn zu kennen, nur weil seine Familie und er auch Geld haben. Sobald er eine missglückte Bemerkung über ihre "schwierigere finanzielle Situation" (1800€ im Monat!) fallen lässt, explodiert sie förmlich, verurteilt ihn aber auf der nächsten Seite schon wieder, weil er Geld hat. Das hat mir schon am Anfang fast den Spaß auf's Lesen verdorben, denn mit Charakteren mit Doppelmoral kann ich nichts anfangen.

Gabriel lässt Anfangs die eine oder andere leicht dämliche Bemerkung fallen, aber selbst am Anfang merkt man schon, dass er so überhaupt kein "Bad Boy" ist, dafür hätte er sich ganz anders benehmen müssen. Als er dann die 14-jährige Mia im Krankenhaus kennen lernt, wird dann eindeutig klar, dass er ein gutes Herz hat, auch wenn die Autorin da viel zu schnell den Bogen von angeblichem "Bad Boy" zu gutem Kerl geschlagen hat. Die Wandlung passiert viel zu plötzlich.
Mia ist verrückt nach den Buch "Nordfinsternis" und lässt es Gabriel auch lesen. Über dieses Buch kommen sie dann ins Gespräch und so findet Gabriel heraus, dass es Mias größter Wunsch ist, in die USA zu reisen. Gabriel ist von dieser Idee begeistert und hat die Idee, die Firma, in der er arbeitet, zu fragen, ob diese die Reise für Mia und ihre Mutter bezahlen und dabei natürlich auch noch ein bisschen PR bekommen. Dieses ist alles Gabriels Idee und er organisiert das Geld (anders als im Klappentext angegeben) völlig unabhängig davon, ob Alina sich als seine Freundin ausgibt, oder nicht. Dieser Deal besteht nämlich nur, weil Alina mit in die USA möchte und dafür dann Gabriels Freundin bei der Betriebsfeier seiner Firma spielen soll.

Mia, ihre Mutter, Alina und Gabriel machen sich also auf den Weg in die USA. Und von da an hat mir das Buch viel besser gefallen. Die Geschichte nimmt an Fahrt auf, die Reise hat ein bißchen Road Trip-Feeling, bei dem sofort Urlaubslaune aufkommt, sogar Alina habe ich etwas mehr gemocht als am Anfang. Langsam tasten die Beiden sich aneinander an und je näher sich die beiden Hauptcharaktere gekommen sind, desto näher bin ich ihnen auch beim Lesen gekommen. Die Liebesgeschichte der Beiden wird gut beschrieben und ist auch nachvollziehbar. Besonders Alina war weniger oberflächlich und hat mehr Lebensfreude versprüht, als noch am Anfang. Doch zu dem, was noch in den USA passiert sage ich nur: What happens in Vegas, stays in Vegas!

Das Ende des Buches hat mir dann leider, wie der Anfang, nicht wirklich gut gefallen, da ich das Gefühl hatte, dass alles unbedingt auf Teufel komm raus zum Guten gewendet werden sollte. Schade, denn etwas mehr Realismus und etwas weniger gezwungenes Happy End hätte alles realistischer wirken lassen.

Mein größter Kritikpunkt sind allerdings die Dialoge. Ganz okay waren größtenteils die Unterhaltungen zwischen Alina und Gabriel, aber bei manchen Dialogen wollte ich mich nur schütteln. Meistens passierte das, wenn in irgendeiner Art Sachinformationen vermittelt werden sollten. Da wurde geredet, als ob aus einem Buch abgelesen wird. So redet niemand! Dadurch wirken die Dialoge sehr gewollt und gestelzt und die Natürlichkeit und Spontanität eines Dialogs geht verloren. Dieses passierte besonders oft am Anfang und Ende. Im Mittelteil waren die Dialoge weitaus angenehmer zu lesen.


Mir hat die Story als solche gut gefallen, allerdings gab es zu viele Kritikpunkte, so dass ich dem Buch nicht mehr als 3 Chaoskleckse geben kann. 






Vielen Dank an den Ullstein-Verlag für das Rezensionsexemplar!


Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

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