[Rezension] Was auch immer geschieht - Bianca Iosivoni




Autorin: Bianca Iosivoni
Titel: Was auch immer geschieht
Originaltitel: Was auch immer geschieht
Seitenanzahl: 384
Erscheinungsdatum: 1. Juli 2016
Reihe: Einzelband
Verlag: LYX
Buch oder Netflix? Buch!





Sieben Jahre ist es her, seit Callie und Keith sich zuletzt gegenüberstanden. Damals, kurz nach Callies dreizehntem Geburtstag, war ihr Vater bei einem schrecklichen Autounfall ums Leben gekommen - einem Unfall, an dem Keith die Schuld trug. Callie konnte ihrem Stiefbruder nie verzeihen. Noch heute leidet sie unter den Erinnerungen an das schreckliche Ereignis. Doch als sie für den Highschoolabschluss ihrer kleinen Schwester in das Haus ihrer Stiefmutter zurückkehrt, begegnet sie Keith zum ersten Mal nach all den Jahren wieder. Sofort flammen ihre Wut und ihr Hass auf ihn auf. Aber auch die gefährlichen Gefühle, die Keith schon damals in ihr ausgelöst hat ... 

Was für ein lustiges, trauriges, hoffnungsvolles, verzweifeltes, Gänsehaut und Schmetterling-im-Bauch machendes, einfach wunderschönes Buch! Ich habe die letzten 50 Seiten in kleinen wehmütigen Häppchen gelesen, weil ich einfach nicht wollte, dass dieses Buch endet. 

Seit 7 Jahren lebt Callie in Trauer um ihren verstorbenen Vater und sieht nun das erste Mal seitdem ihren Stiefbruder Keith wieder, der Schuld an dem Unfall war, bei dem ihr Vater starb. Dieses unerwartete Aufeinander treffen birgt viele schmerzliche Erinnerungen, Auseinandersetzungen und ein Gefühlschaos sondergleichen.

Callie ist mir von Anfang an ans Herz gewachsen. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, die mit einer gehörigen Portion Ironie und Sarkasmus durchs Leben geht, was zu vielen lustigen Situationen im Buch führt, vor allem im Schlagabtausch mit Keith. Schon sehr früh wird deutlich, wie sehr sie der Tod ihres Vaters noch beschäftigt, wie sehr es weh tut und auch welchen Hass sie auf Keith hat, der für diesen Unfall verantwortlich ist. Callies Trauer im Besonderen, aber auch von allen anderen Charakteren in diesem Buch, wurde von Bianca Iosivoni eindringlich und absolut glaubwürdig beschrieben. Kleine Dinge oder Bemerkungen schleudern sie augenblicklich zurück zu diesem Tag, an dem ihr Vater starb. Man kann nicht anders, als mitzuleiden.
Besonders mitleiden muss man allerdings auch bei der Beziehung von Callie und Keith. Schon vor dem Unfall hat Callie Gefühle für ihn gehabt, wobei man das wohl eher Verknalltheit nennen kann, als wirklich Liebe. Doch selbst jetzt, obwohl sie ihn hasst, merkt sie, dass sie auf ihn reagiert. Sie will das nicht, aber ein Blick von ihm oder eine Berührung und ihr Körper versinkt im Chaos. Diese widersprüchlichen Gefühle wurden auch wunderbar und einfühlsam beschrieben. Oberflächlich hasst Callie Keith, aber man merkt schnell, dass da etwas zwischen den Beiden ist, was sie fast zerreißt. Es scheint so, dass je mehr sie sich wehrt, desto mehr Schmetterlinge wie Kamikaze-Flieger in ihrem Bauch fliegen.

Doch auch ich als Leserin hatte Schmetterlinge im Bauch. Selten habe ich so eine eindrücklich, überzeugende und einfach nur schöne Liebesgeschichte gelesen und ich kann mich nicht erinnern, dass eine Knieberührung jemals so extrem sexy war!
Jedes Mal, wenn Callie und Keith sich näher kommen, sprühen die Funken und es knistert, als ob man trockenes Holz ins Feuer wirft. Selbst als Leser kann man es kaum erwarten, bis endlich, endlich, endlich der erste Kuss stattfindet. Und gerade das hat mir so gut gefallen. Es dauert, bis die Beiden sich näher kommen und Callie ein Stück weit ihre Mauer fallen lässt und gerade das ist großartig an diesem Buch. Es wird nichts übereilt. Dinge entwickeln sich langsam und gaukeln nicht nach 10 Seiten gleich Friede, Freude, Eierkuchen vor. Und diese Entwicklung und damit verbundene Anspannung, was passiert und vor allem, wann es passiert, hat mich dieses Buch verschlingen lassen.

Einen wichtigen Teil spielen aber neben Callie und Keith auch die ganzen wunderbar ausgearbeiteten Nebencharaktere. Angefangen bei Stella, Keith's Mutter und Callie's Stiefmutter, die eine tolle Frau und Mutter ist, über Parker, Callie's bestem Freund, der ihr großartige Playlists zusammen stellt, bis zu Faye, Callie's bester Freundin, mit der sie lange keinen Kontakt hatte, aber sofort wieder auf einer Wellenlänge ist. Alle tragen dazu bei, dass dieses Buch rundum einfach nur gelungen und großartig ist.

Der altbekannte Zorn schlängelte sich wie ein lebendiges Wesen durch meine Adern, fand seinen Weg bis in meine Kehle und schnürte sie mir zu.
Seite 58 (laut E-Reader)
Dieses Buch hat mich gepackt und nicht mehr losgelassen, bis ich mich leider von Callie und Keith verabschieden musste. Gefühle jeder Art wurden großartig von Bianca Iosivoni beschrieben. Glasklare 5 Chaoskleckse!






Vielen Dank an den LYX-Verlag für das Rezensionsexemplar!


Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

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