[Rezension] Albert muss nach Hause - Homer Hickam




Autor: Homer Hickam
Titel: Albert muss nach Hause
Originaltitel / Übersetzerin: Carrying Albert Home / Wibke Kuhn
Seitenanzahl: 528
Erscheinungsdatum: 7. Juni 2016
Reihe: Einzelband
Verlag: HarperCollins
Buch oder Netflix? Buch!





Eine Reise ins Ungewisse.
Ein Alligator zum Verlieben.
Ein Buch, das glücklich macht.

"Ich oder der Alligator!"
Keinen Tag länger will Homer Hickam der Ältere sein Badezimmer mit einem bissigen Reptil namens Albert teilen. Als der Bergwerksarbeiter seiner Frau ein Ultimatum stellt, muss Elsie lange überlegen. Schließlich ist ein Leben ohne Alligator doch sinnlos. Wie alles hier in Coalwood, West Virginia. Die ganze trostlose Stadt liegt unter einer schwarzen Staubschicht begraben. Und selbst vor ihrer Ehe hat die Große Depression keinen Halt gemacht. Trotzdem fällt Elsie die Entscheidung – unter einer Bedingung: Sie müssen Albert nach Hause bringen. Zurück nach Florida. In einem alten Buick. Mit Alligator auf dem Rücksitz …

Mit hinreißendem Humor erzählt der preisgekrönte Autor Homer Hickam von verpassten Chancen, einer großen Liebe und dem absurd-schönen Glück, in Gesellschaft eines grinsenden Alligators zu reisen.

Es passiert nicht oft, aber bei diesem Buch habe ich so oft laut angefangen zu lachen, dass es mir allein deswegen schon in Erinnerung bleiben wird. Was für ein großartiger Roadtrip mit dem Krokodil, sorry, Alligator Albert.

Sehr gefallen hat mir schon der Beginn des Buches. So ist erst einmal eine Übersicht vorangestellt, wer in dem Buch vorkommt und was in den einzelnen Kapiteln passiert  (wobei ich diesen Teil übersprungen habe, um nicht aus versehen schon Spoiler zu finden.)
Homer Hickham der Jüngere erzählt die Geschichte seiner Eltern, die mit ihrem Alligator Albert nach Florida fahren, um ihn dort in seiner natürlichen Umgebung auszusetzen, da sein Vater und Albert nicht das beste Verhältnis haben und seine Mutter nun vor das Ultimatum "Albert oder ich" gestellt wird. Zwischen den einzelnen Kapiteln sind immer kleine Abschnitte, in denen der Autor beschreibt, in welchen Situationen seine Eltern ihm Teile der Geschichte erzählt haben.
Besonders interessant finde ich dabei, dass Homer Hickhams Eltern wirklich einen Alligator hatten und mit diesem Alligator wirklich nach Florida gefahren sind. Soweit stimmen die Fakten und das Buch basiert auf wahren Begebenheiten. Was dann aber von dem Rest der Geschichte wirklich so passiert ist und was rein der Phantasie des Autors zu schulden ist, wird wohl immer ein Mysterium bleiben. Von daher passt der Untertitel des Buches perfekt: "Die irgendwie wahre Geschichte eines Mannes, seiner Frau und ihres Alligators"

Gleich zu Beginn des Buches wird schon klar, wie die Prioritäten im Hause Hickham verteilt sind. Albert hat, wenn man Elsie fragen würde, eindeutig mehr zu sagen, als Homer. Elsie ist komplett vernarrt in Albert, kuschelt mit ihm wie mit einem Hund und selbst ihre Eltern schicken Albert Weihnachtskarten. Albert spielt die Hauptrolle in Elsies Leben, Homer die zweite, wenn nicht sogar dritte Geige. Von daher kann Homer sich eigentlich glücklich schätzen, dass Elsie sich für ihn entscheidet, als er sie vor das Ultimatum stellt. Allerdings unter der Bedingung, dass sie ihn nach Florida bringen, wo sie ihn einst vom Schauspieler Buddy Ebsen bekommen hat. Und damit geht die Reise dann los, die sie in bester Forrest Gump-Manier 1200km quer durch die USA führt. Sie treffen bekannte Schriftsteller, führen Radikale an, Homer wird zu einem professionellem Sportstar und da Elsie ja alles schon einmal werden wollte, egal ob nun Cowgirl oder Krankenschwester, wird es garantiert nicht langweilig.  Sie schlittern von einem Abenteuer ins Nächste und dieses hat der Autor so trocken und mit voller Ironie beschrieben, dass ich ohne Probleme glauben könnte, was er geschrieben hat, so abstrus und abwegig die Situationen auch eigentlich wären.

Homer ist ein wunderbarer Charakter, der sich rührend um seine Frau und ihr Wohlergehen kümmert. Man merkt, wie sehr er sie liebt und dass er alles für sie tun würde, ganz egal, wie sie ihn auch behandelt. Und das ist nicht immer nett, denn eigentlich passiert es sehr selten, dass sie mal ein nettes Wort oder eine liebe Geste für ihm übrig hat.
Das hat es mir Anfangs auch schwer gemacht, wirkliche Sympathien für Elsie zu entwickeln. Sie scheint kalt zu sein und allzu sehr in Erinnerungen an ihren Schwarm Buddy Ebsen zu schwelgen, als dass sie Gefühle für Homer haben könnte. Doch nach und nach lernt man Elsie mehr kennen und somit werden dann bald auch ihre Eigenarten klarer.
Albert ist ein Charakter für sich. Während des gesamten Buches hat es der Autor wunderbar geschafft, Albert lebendig werden zu lassen, so dass ich zwischendurch fast vergessen habe, dass er ja nur ein Alligator ist. Er ist ein Held, ein Komiker, hat eine Alligatorenschulter zum Ausweinen und findet in einem namenlosen Hahn sogar selbst noch einen Freund.

Dieses Buch ist ein wunderbarer Roadtrip a la Forrest Gump mit sehr viel Humor und dem wohl besten Alligator in der Buchgeschichte.







Vielen Dank an den HarperCollins-Verlag für das Rezensionsexemplar!


Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

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