[Rezension] Secret Elements - Johanna Danninger




Autorin: Johanna Danninger
Titel: Secret Elements
Originaltitel: Secret Elements
Seitenanzahl: 297
Erscheinungsdatum: 7. Juli 2016
Reihe: Band 1 von "Secret Elements"
Verlag: impress
Buch oder Netflix? Buch!





**Entdecke die Welt, die im Verborgenen liegt…**

Die 17-jährige Jessica hält sich nur an ihre eigenen Regeln. Sie gilt als aufmüpfig und unkontrollierbar, versteckt ihr feuerrotes Haar und ihre blasse Haut unter schwarzen Klamotten und schlägt sich als Barkeeperin heimlich die Nächte um die Ohren. Bis ihr eine fremde Frau ein antikes Amulett überreicht, das kostbarste Geschenk, das sie je bekommen hat. Fatalerweise kann sie es, einmal angelegt, nicht mehr ablegen und befindet sich plötzlich in einem Geflecht aus übermenschlichen Agenten und magischen Bestimmungen. Dabei soll sie ausgerechnet der arrogante Lee, der Menschen grundsätzlich für schwach hält, beschützen. Wenn er nur nicht so unglaublich gut aussehen würde… 

Ich muss ja zugeben, dass sich der Klappentext eher nach 08/15-Fantasyroman anhört. Das ist natürlich erstmal nichts Schlechtes, aber auch definitiv kein Buch, von dem ich denken würde, dass es mich vom Hocker haut. Aber genau das hat "Secret Elements" geschafft. Was für ein wunderschönes, spannendes und lustiges Buch!

Protagonistin des Buches ist die rothaarige 17-jährige Vollwaise Jay, die Einstein und Physik liebt. Als Baby in einer Babyklappe abgegeben und aufgewachsen in einem Heim für "schwierige Fälle" hat sie schon früh gelernt, sich durchzusetzen. Dementsprechend ist sie keinesfalls auf den Mund gefallen. Sie sagt, was sie denkt und was sie denkt trieft manchmal nur so von Sarkasmus, so dass gerade die Dialoge in diesem Buch einfach nur extrem lustig sind. Besonders, wenn sich Jay einen verbalen Schlagabtausch mit den anderen Charakteren, insbesondere Lee, leistet.
Jay ist eine sehr starke Person, die für sich einsteht und sich ihrem Schicksal auch nicht so einfach ergibt. Was für eine Erfrischung! So findet man in der Buchwelt doch oft kleine verängstigte Häschen, die zwar während des Buches eine Entwicklung durchmachen, aber zuerst praktisch hilflos durch die Welt dümpeln. Jay hat sich selbst schon gefunden, sie dümpelt nicht. Ich finde es großartig, dass sie zu Beginn des Buches schon so viel Selbstbewusstsein hat und ihre Entwicklung auf einer ganz anderen Ebene stattfindet.

Denn vor Prüfungen wird sie zweifelsohne gestellt. Nachdem ihr eine alte Frau namens Danu nämlich ein Amulett überreicht, steht ihre Welt plötzlich Kopf. Erst verschwindet der Verschluss des Amuletts, so dass sie es nicht mehr abnehmen kann, dann wird sie gekidnappt und plötzlich befindet sie sich in einer anderen Welt, in der es nicht nur den sprechenden Kater Ivan, sondern auch Zwerge, Meerjungfrauen und noch viel anderes gibt. Und erneut gefällt mir hier der Stil und die Idee von Johanna Danninger ausgesprochen gut! Denn wo andere Protagonistinnen vielleicht skeptisch eine Augenbraue hochziehen würden und sich für 5 Minuten wundern, wie das alles sein kann, um dann zum normalen Tagesprogramm überzugehen und alles als gegeben hinzunehmen, da tanzt Jay mal komplett aus der Reihe. Denn sie akzeptiert gar nichts, überlegt sogar, ob sie in einer Sekte gelandet ist. Sie zweifelt vieles an und lässt sich nur sehr langsam davon überzeugen, dass die Dinge tatsächlich so sind, wie sie sind. Das braucht aber Zeit und ist sehr glaubwürdig dargestellt.

Glaubwürdig sind auch die anderen Charaktere, denen Jay begegnet. Vielen Menschen und Wesen kommen in diesem Buch vor, alle mit speziellen Charakterzügen und Eigenarten. Eigentlich ist jeder in diesem Buch ein bisschen die Hauptperson, weil alle so besonders und wichtig sind. Angefangen von Sina, mit der sie in der Bar zusammenarbeitet, über Albert, den Bibliothekar, der extrem intereffant und luftig ist, bis natürlich zu Lee, der, man kann es nicht anders sagen, ein Arschloch ist. Meine Güte, was habe ich mich über diesen unfreundlichen, ungehobelten, unsensiblen, eingebildeten Kerl aufgeregt! Selbst die starke, selbstbewusste Jay kommt da an ihre Grenze. Und trotzdem... obwohl er so ein widerlicher Kerl ist, merkt man doch, dass da mehr ist, dass er nicht nur aus seinen negativen Seiten besteht, sondern dass da doch ab und an mal etwas Positives durchblitzt und sei es noch so klein. Und so liegt da doch ein eindeutiges Knistern zwischen Jay und Lee in der Luft, das hoffentlich im zweiten Teil noch ordentlich weiterknistern wird.

Und diesen 2. Teil würde ich am liebsten jetzt sofort lesen und kann es kaum erwarten, Jay weiter bei ihrem Abenteuer zu begleiten.


Die Gehässigkeit eines gebrochenen Herzens war eben nicht zu unterschätzen.
Seite 11 (laut E-Reader)
Wer ein Buch mit einer starken Protagonistin, lustigen und schlagfertigen Dialogen, liebevoll ausgearbeiteten Nebencharakteren und einer spannenden und besonderen Story sucht, kann hier einfach nichts falsch machen!







Vielen Dank an den Carlsen-Verlag für das Rezensionsexemplar!


Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

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