[Rezension] Worte für die Ewigkeit - Lucy Inglis




Autorin: Lucy Inglis
Titel: Worte für die Ewigkeit
Originaltitel / Übersetzerin: Crow Mountain / Ilse Rothfuss
Seitenanzahl: 400
Erscheinungsdatum: 28. Juli 2016
Reihe: Einzelband
Verlag: Chickenhouse
Buch oder Netflix? Buch!





Sommer in Montana, darauf hat Hope so gar keine Lust. Aber gegen ihre resolute Mutter kann sich die 16-Jährige einfach nicht durchsetzen. Und hier, mitten im Nirgendwo, auf einer einsamen Pferderanch begegnet sie Cal, der ihr Leben für immer verändern wird.
Montana 1867, die 16-jährige Emily ist auf dem Weg zu ihrem Ehemann, den sie nie zuvor gesehen hat. Doch die Kutsche, in der sie unterwegs ist, verunglückt und als einzige Überlebende wird sie von Nate gerettet - einem Halbindianer, der ihr zeigt, was Leben und Freiheit bedeutet.

Ein Ort in der Wildnis, unterschiedliche Jahrhunderte und zwei große Liebesgeschichten, die auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden sind.
Ausgezeichnet als "beste Liebesgeschichte des Jahres" von der Romantic Novelist Association!

Anfangs habe ich mich sehr schwer getan mit diesem Buch, doch nach den ersten Kapiteln konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen, weil ich einfach wissen musste, was das Schicksal für Hope und Cal und auch Emily und Nate in petto hat. Definitiv nicht fälschlicherweise als "Beste Liebesgeschichte des Jahres" ausgezeichnet!

Dieses Buch wird in zwei unterschiedlichen Erzählsträngen erzählt.
Auf der einen Seite gibt es Hope, die 16 Jahre alt ist und mit ihrer Mutter zusammen lebt. Ihre Mutter Meredith ist Umwelt- und Waldökologin, außerdem Feministin und sehr eigen, könnte man so sagen.
Ihr ultimatives Ziel scheint totale Kontrolle über Hopes Leben zu sein. Das fängt schon damit an, dass Hope Hausunterricht bekommt und laut ihrer Mutter etwas Naturwissenschaftliches studieren soll. Dass Hope aber Schriftstellerin werden möchte, könnte ihre Mutter nicht weniger interessieren. Überhaupt hat Hope nicht viel zu sagen und traut sich dieses auch nicht. Sie ist schüchtern, sehr zurückhaltend und hat nicht viele Freunde, allein schon wegen der Tatsache, dass Meredith viel reist und Hope dann mitnimmt. Da sie schon nicht in die Schule geht, wird es ihr somit fast unmöglich, eine Freundschaft aufzubauen. Für einen erneuten Trip, den ihre Mutter unternimmt, führt es sie nach Montana. Dort lernt sie Cal kennen, der ihre Welt gehörig auf den Kopf stellen wird.

Auf der anderen Seite geht es um die 15-jährige Emily, die sich 1867 von England aus mit ihrer extrem unsympathischen Anstandsdame Miss Adams aufmacht, um in Portland ihren zukünftigen Ehemann Anthony kennen zulernen. Diesen kennt sie bisher nur von Fotos und ergibt sich nun mehr oder weniger ihrem Schicksal. Schließlich schickt es sich nicht, aufzubegehren oder seine Meinung zu sagen, wenn man eine Frau ist. Dementsprechend ist Emily auch, dank der Umwelt in der sie aufwuchs, eine sehr unselbstständige, unterdrückte junge Frau. Während des Lesens war ich sehr froh, nicht in dieser Zeit geboren zu sein. Allein schon des Korsetts wegen, das ihr jeden Tag aufs Neue eine große Pein war. Doch auf dem Weg nach Portland stürzt die Kutsche, in der sie reist von einer Brücke ab und alle außer Emily kommen dabei um. Sie wird von dem Halbindianer Nate gerettet, der sie mit auf seine Hütte nimmt und von da an auch ihre Welt gehörig auf den Kopf stellt.

Die Geschichte wird abwechseln aus den Perspektiven von Hope und Emily erzählt. Anfangs steht die Geschichte von Hope eher im Vordergrund, was wohl auch dazu führte, dass ich mit Emilys Geschichte Anfangs Probleme hatte.  Generell habe ich es nämlich nicht so mit historischen Büchern oder generell einfach Büchern, die in der Vergangenheit spielen. Doch sobald ich in Emilys Welt eingetaucht war, wurde ich mitgerissen und habe den Kapiteln über sie viel mehr entgegen gefiebert, als denen über Hope. die Autorin hat es nämlich geschickt hinbekommen, ständige Cliffhanger zwischen den einzelnen Erzählerinnen zu schaffen, so dass man dauerhaft einen großen Spannungsaufbau hat und gar nicht aufhören kann zu lesen, bis man weiß, wie es ausgeht.
Besonders gut hat mir hier auch gefallen, dass Emilys Geschichte mehr oder weniger in Brief- und/oder Tagebuchform geschrieben ist. Eigentlich spricht sie nämlich Nate an, was dann zu Sätzen wie: "Und dann sah ich Dich." Man fühlt sich als Leser nämlich ein Stück weit wie Nate, indem man von Emily so angesprochen wird.
Sehr gut hat die Autorin es auch hinbekommen, die Geschichten von Emily und Hope geschickt zu verweben. So findet man viele Gemeinsamkeiten, seien es nun Charaktereigenschaften oder Personen... alles wiederholt sich auf die eine oder andere Art und macht dieses Buch noch interessanter.

Großartig haben mir die beiden Liebesgeschichten zwischen Hope und Cal und besonders zwischen Emily und Nate gefallen. Gerade bei den Letzteren ist dieses toll zu lesen, denn Emily wird ja erstmal aus ihrem komplett anderen Leben gerissen und gewöhnt sich erst sehr langsam daran, überhaupt in männlicher Gesellschaft zu sein. Dementsprechend langsam und schwierig ist dann die Annäherung zwischen den Beiden und gerade das hat mir extrem gut gefallen. Es knistert wie verrückt und auch wenn bei so vielen Gelegenheiten die Funken sprühen, dauert es, bis es soweit ist.


Gleich am nächsten Tag hatte er meinem Vater telegrafiert und in wenigen Stunden wurde meine Zukunft in Morseschrift ausgehandelt, über tausende von Meilen hinweg, zu einem Dollar pro Buchstabe.
Seite 12 (laut E-Reader)
Ein großartiges Buch, das in zwei verschiedenen Zeiten spielt und gleich zwei wunderschöne Liebesgeschichten erzählt. Unbedingt lesen!







Vielen Dank an den Chickenhouse-Verlag für das Rezensionsexemplar!


Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

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