[Rezension] Paris, du und ich - Adriana Popescu




Autorin: Adriana Popescu
Titel: Paris, du und ich
Originaltitel: Paris, du und ich
Seitenanzahl: 352
Erscheinungsdatum: 25. Juli 2016
Reihe: Einzelband
Verlag: cbj
Buch oder Netflix? Buch!





Romantik pur hatte sie geplant – eine Woche Paris bei ihrem chéri Alain. Doch angekommen in der Stadt der Liebe, muss die sechzehnjährige Emma feststellen, dass Alains »Emma« inzwischen »Chloé« heißt und sie selbst nun dumm dasteht: ohne Bleibe, ohne Kohle, aber mit gnadenlos gebrochenem Herzen. Ähnlich down ist Vincent, dem kurz vor der romantischen Parisreise die Freundin abhandengekommen ist, und den Emma zufällig in einem Bistro trifft. Zwei Cafés au lait später schließen die beiden Verlassenen einen Pakt: Sich NIE wieder so heftig zu verlieben. Und nehmen sich vor, trotz allem diese alberne Stadt der Verliebten unsicher zu machen, allerdings auf ihre Art. Paris für Entliebte – mit Chillen auf Parkbänken, Karussellfahren auf alten Jahrmärkten, stöbern in schrägen Kostümläden. Doch ob das klappt: sich in der Stadt der Liebe NICHT zu verlieben?

Ich habe Heimweh! Heimweh nach Paris und seiner Magie, den Menschen und der Leichtigkeit. Nun denkt sich bestimmt jemand: "Meint die nicht Fernweh?" Nein. ich habe kein Fernweh. Ich habe Heimweh nach einem Ort, an dem ich noch nie war. Nach diesem Buch fühle ich mich, als wäre Paris ein Teil von mir, ein Wegbegleiter und ein bisschen auch mein Zuhause.

Emma, die 16-jährige Protagonistin dieses Buches ist schwer verliebt in Alain, einen Austauschschüler aus Paris. Während seiner Zeit in Deutschland waren die Beiden unzertrennlich und für Emma ist es eindeutig die große Liebe. Dass das für Alain vielleicht nicht unbedingt gilt, hätte sie eventuell schon ahnen können, als aus der filmreifen Abschiedsszene am Bahnhof, die sich in ihrem Kopf abspielt, nichts wird, weil Alain lieber mit einem anderen Mädchen redet. Emma glaubt aber weiterhin an die große Liebe und so macht sie sich in den Herbstferien nach Paris auf, um Alain zu überraschen. Überraschung kommt dann auch auch definitiv auf, als Alains Freundin die Tür öffnet...
Gefrustet, tieftraurig und enttäuscht lernt sie dann in einem Cafe Vincent kennen, der von seiner Freundin verlassen wurde, und schon bald wirkt die Stadt der Liebe ihre Magie.
Emma hat mich ein bisschen an mich erinnert, als ich 16 war. Sehr blauäugig und sehr schnell verliebt. Von daher konnte ich ihren Schmerz und die Enttäuschung sehr gut nachvollziehen. Schon bald merkt man allerdings, dass sie eine Entwicklung durchmacht, wobei ihr Vincent definitiv hilft. Sie wird selbstbewusster, sie traut sich mehr und ein Stück weit wird sie auch erwachsener.
Vincent, der sich selbst und Emma zu Herzschmerzfreunden erklärt und ihr dabei helfen will, mit dem Schmerz umzugehen, ist ein wunderbarer Charakter. Er ist lustig, verständnisvoll, abenteuerlustig, liebevoll... Es war eine Freude zu lesen, wie die Beiden sich näher kommen und langsam aber sicher ihre Schutzwände bröckeln, denn auch gerade Vincent trägt ebenso sein Päckchen mit sich herum und erst nach und nach wird klar, was er für Probleme hat.
Beide zusammen sind ein unschlagbares Team und besonders die Dialoge zwischen den Beiden sind großartig! Mal zum Brüllen komisch, mal tief traurig... Adriana Popescu weiß, wie man schreibt, das merkt man auf jeder Seite. Es war sofort eine besondere Spannung zwischen den Beiden spürbar und schnell wurde klar, dass die Chemie zwischen ihnen zu 100% stimmt. 
Vincent und Emma, Emma und Vincent... das neue Traumpaar!

Doch es gibt noch einen Hauptcharakter in diesem Buch und das ist definitiv: Paris!
Die Geschichte ist eine einzige Liebeserklärung an die Stadt. Es kam mir beim Lesen vor, als stünde ich daneben, als würde ich ebenfalls den Montmatre besuchen und hätte mich auch mit auf das Gemälde des neuen van Gogh gequetscht. Alles fühlt sich so lebendig, so voller Leben an. 
Und dazu gehört ohne Zweifel auch Jean-Luc, der wohl liebenswerteste ältere Mann, den ich je in einem Buch getroffen habe. Fast alle Szene mit ihm haben mir regelmäßig die Tränen in die Augen getrieben. Ich finde es wunderbar, was für einen wichtigen Platz er schon bald für Emma und Vincent einnimmt. Er ist Motivator, Philosoph, Herzheiler und noch so viel mehr. Jeder sollte einen Jean-Luc in seinem Leben haben!

Die Seitenstraßen sind mein Highlight, weil sie der eigentliche Star sind. Zumindest rede ich mir das ein, weil ich auch eher eine Seitenstraße im Leben bin.
Seite 22
Ich komme mir unglaublich fehl am Platz vor, als wäre ich aus einer RTL-Vorabendserie in einen französischen Arthouse-Film gestolpert.
Seite 31
Aber sind wir doch mal ehrlich, Emma. Woher sollen wir wissen, mit welcher Farbe wir unser Leben anstreichen wollen, wenn wir unsere Finger vorher nicht in alle Farbeimer getunkt haben?
Seite 90
Manchmal reagiert mein Körper nicht so, wie ich es erwarte. Dann komme ich mir vor, als hätte ich die Choreografie für meine Gefühle vergessen.
Seite 205
Einmal im Leben sollte man sich Hals über Kopf verlieben, weil es für keinen von uns eine Ewigkeit gibt.
Seite 300
Ich habe schon andere Bücher der Autorin gelesen, aber dieses ist unumstößlich ihr bisheriges Meisterwerk.







Vielen Dank an den cbj-Verlag für das Rezensionsexemplar!


Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

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