[Rezension] Cindy & Rella - Marie Menke




Autorin: Marie Menke
Titel: Cindy & Rella
Originaltitel: Cindy & Rella
Seitenanzahl: 263
Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2016
Reihe: Einzelband
Verlag: Impress
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**Die Prinzessin und das Aschenputtel**

Ihr siebzehnter Geburtstag ist der Tag, an dem sich alles entscheiden wird – da sind sich Cindy und Rella einig. Sei es eine glitzernde Party, die Cindy zur Prinzessin des Berliner Nachtlebens krönt, oder ein auf Pergament geschriebener Brief, der Rellas Bestimmung offenbart: An diesem Tag rechnen sie beide fest damit, dass etwas geschehen wird, das ihr Leben für immer verändert. Womit sie jedoch nicht rechnen, ist, dass sie sich ausgerechnet an diesem Tag zum ersten Mal über den Weg laufen werden. Zwei Mädchen, die sich äußerlich bis aufs Haar gleichen und deren Schicksale von Geburt an miteinander verwoben sind. Verliebt in zwei Jungen, von denen nur einer ein Prinz sein kann…

Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, da ich Märchenadaptionen gerne lese, aber leider wurde ich auf ganzer Linie enttäuscht.

Der Schreibstil von Marie Menke hat mir sehr gut gefallen. Die Welten, die sie beschreibt, konnte ich mir gut vorstellen und hatte das Gefühl, mir sowohl Cindy als auch Rella darin vorstellen zu können. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Cindy und Rella geschrieben, einige sogar aus der Sicht von Beiden gleichzeitig, so dass es geholfen hat, die verschiedenen sozialen Welten kennen zulernen.
Und auch die Grundidee hat sehr viel Potential, denn die Autorin hat es geschafft, der altbekannten Geschichte von Aschenputtel ein neues Gewand zu geben und sie auf eine neue Art zu erzählen. Dabei blieben aber viele der Schlüsselszenen des Märchens erhalten, so dass man es zwischen immer wieder erkennen konnte.

Rella, die in der Geschichte eindeutig die Rolle des typischen Aschenputtels einnimmt, hat mir als Charakter gut gefallen, wobei ich mich schon ab und an darüber ärgerte, wie naiv sie war. Da war offensichtlich, was passiert und trotzdem kam sie überhaupt nicht dahinter. Ich hätte mir da gewünscht, dass Rella weniger gutgläubig ist und mutiger ist, ihr Leben in die Hand zu nehmen.
Cindy, die Prinzessin des Berliner Nachtlebens, hingegen fand ich furchtbar. Sie erinnerte an Paris Hilton und war so oberflächlich und ist dabei als Charakter so flach geblieben, dass ich jedes Mal froh war, wenn es gerade nicht um sie ging. Sie ist das Klischee eines reichen, verwöhnten Görs, mit dem eigentlich niemand etwas zu tun haben will. Ich kann nicht verstehen, wieso die Autorin Cindy so extrem unsympathisch gemacht hat.
Auch die Nebencharaktere waren mir nicht sonderlich sympathisch, was dazu führte, dass auch die Entwicklung der Geschichte zwischen Rella, Cindy, Joshua und Timothy mich nicht überzeugen konnte und bei mir absolut kein Herzklopfen oder Mitfiebern aufkam.

Was mich aber am meisten an diesem Buch gestört hat, waren die Logikfehler. Die haben mich wirklich extrem geärgert! Zwei der größten möchte ich hier kurz beschreiben und hier kann es sein, dass ich den einen oder anderen Spoiler einbaue, wobei ich versuche, es im Rahmen zu halten. Wer das Buch also noch nicht gelesen hat, sollte des Rest des Absatzes vielleicht besser überspringen.
1. Als Rella sich aufmacht, um die Party zu besuchen, schummelt sie sich als 11. dazwischen. Jeder der zur Party geht, bekommt ein Armband. Warum fällt nicht auf, dass offensichtlich ein Armband zu wenig da ist? Wo kommt plötzlich das 11. Armband her?
2. Rella erkennt sich selbst nicht, als sie Cindy gegenüber steht. Wie kann das bitte sein? Auf Seite 62 (laut meines E-Readers) steht aus der Sicht von Rella geschrieben:
"Auf der schimmernden Oberfläche der Tür sah mir mein eigenes Spiegelbild entgegen."
Als sie dann aber auf Cindy trifft erkennt sie sich angeblich nicht und weiß noch nicht mal, was ein Spiegel ist? Wie kann so ein gravierender Logikfehler passieren?


Die Idee ist toll und auch der Schreibstil hat mir gefallen, aber durch unsympathische Charaktere und zu große Logikfehler konnte mich das Buch nicht überzeugen.







Vielen Dank an den Impress-Verlag für das Rezensionsexemplar!


Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

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