[Rezension] Überleben ist ein guter Anfang - Andrea Ulmer




Autorin: Andrea Ulmer
Titel: Überleben ist ein guter Anfang
Originaltitel: Überleben ist ein guter Anfang
Seitenanzahl: 304
Erscheinungsdatum: 10. Februar 2017
Reihe: Einzelband
Verlag: List
Buch oder Netflix? Buch!





Selbsthilfegruppen sind deprimierend, findet Anja Möller. Und die für krebskranke Frauen erst recht. Sie geht nur hin, weil ihr Mann das will. Und trifft dort auf die 83-jährige Sieglinde. Sieglinde ist trotz ihrer Diagnose voller Lebensfreude und plant eine Weltreise. Doch bevor sie die antreten kann, stirbt sie. Als die übrigen fünf absolut unterschiedlichen Frauen der Selbsthilfegruppe beschließen, an ihrer Stelle die Welt zu sehen, nimmt eine abenteuerliche Reise ihren Lauf: Sie haben nichts mehr zu verlieren, sondern alles zu gewinnen.

Schon das Cover gefällt mir ganz besonders, speziell das Lettering hat es dabei angetan, und nach der Lektüre kann ich definitiv sagen: dieses Buch ist von innen genauso schön wie von außen! Was für ein großartiges, lustiges, besonderes Buch, das rührt, ohne dabei auch nur ansatzweise rührselig zu sein. 

Protagonistin Anja ist ein wunderbarer Charakter. Sie nimmt ihre Diagnose mit Humor und will sich nicht unterkriegen lassen. Gerade deshalb ist sie auch eher skeptisch, als sie zum ersten Mal die Selbsthilfegruppe besucht, erwartet sie doch etwas ganz anderes als das, was sie erwartet. 5 Frauen, die nicht lebenslustiger sein könnten und eine Beziehung zueinander haben, die einfach nur besonders ist. Sieglinde, Hertha, Marion, Sabine und Gret lassen sich vom Krebs nicht das Leben verderben und strotzen nur so vor lauter Lebenslust. 
Jede von ihnen ist wunderbar beschrieben worden und kommt mit ihrer eigenen, speziellen Geschichte daher. Auch wenn mir alle Frauen sehr gut gefallen habe, habe ich doch besonders Gret ins Herz geschlossen, die einfach zum Brüllen komisch ist. Prinzipiell erst mal allem Neuen und Unbekannten abgeneigt und Anfangs auch eher ein bisschen einfältig dargestellt, macht sie im Buch die größte und vor allem lustigste Veränderung durch. 

Und Veränderungen gibt es viele, denn als Sieglinde stirbt, hinterlässt sie den anderen Geld, damit sie an ihrer Stelle eine von Sieglinde geplante Weltreise angehen können. Und das machen sie dann auch und bereisen jeden Kontinent. Was sie dort erleben ist eindeutig der lustigste, herzerwärmenste und einmaligste Roadtrip, über den ich je gelesen habe. Die Autorin beschreibt die Abenteuer der fünf Frauen mit so viel Einfallsreichtum und Situationskomik, dass nicht nur die Frauen ihre Krankheit zwischenzeitlich vergessen, sondern auch ich zwischendurch nicht mehr daran dachte, dass ich ja ein "Krebsbuch" lese. Umso eindrucksvoller und nachhallender sind dann die Momente, wenn Anja oder auch die anderen merken, dass doch etwas nicht stimmt, dass ihr Körper nicht so will wie sie und sie spüren, was der Krebs in und mit ihrem Körper anrichtet.
Dennoch bleiben alle positiv und geben ihr Bestes, um Sieglindes Traum zu erfüllen.

Doch abgesehen von den fünf Frauen, sind auch die daheim gebliebenen Männer wunderbar beschrieben, die ihre eigenen Schlachten zu kämpfen haben. Ohne zu viel zu verraten geht es dabei auch teils extrem lustig und dann wieder sehr dramatisch zu. Dieses ist auch einer der Aspekte, die mir so gefallen, denn es ist ein extrem gelungener Mix aus Komik und Tragik, den Andrea Ulmer hier erschaffen hat.

Wer eine lustige, spannende und rührende Geschichte über einen Roadtrip der besonderen Art sucht, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen!







Vielen Dank an den List-Verlag für das Rezensionsexemplar!


Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

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